Arc Nova Live · Workshop

KI Grundlagenkurs

Von KI-Tools zum eigenen KI-Agenten

Der praktische Einstieg: KI verstehen, gute Anweisungen geben und sie sicher im Arbeitsalltag nutzen.

Nick Seidel

Agenda

Ablauf des Workshops

Fünf Etappen mit vielen Übungen zum Mitmachen.

01 · Jetzt

Einführung

Kennenlernen, Ziele, Spielregeln

02

Prompt-Engineering

Gute Prompts, CRAFT, fortgeschrittene Techniken

Pause

Kaffeepause

Durchatmen und austauschen

03

KI-Agenten

Vom Chatbot zum Agenten, Zutaten, Praxisbeispiele

04

KI-Werkstatt

Musik, Bilder, Websites und 3D per Prompt

05

Abschluss

Fragen, Takeaways, nächste Schritte

Lernziele

Was du heute lernst

01

Verstehen, warum die Qualität deiner Anweisung das Ergebnis bestimmt

02

Gute und schlechte Prompts auf einen Blick unterscheiden

03

Prompts mit dem CRAFT-Framework strukturiert aufbauen

04

Few-Shot, Reverse und Meta-Prompting gezielt einsetzen

05

Halluzinationen erkennen und vermeiden

06

Eigene KI-Agenten planen und mit den richtigen Zutaten bauen

Spielregeln

So arbeiten wir heute

Mitmachen statt zuschauen

Jede Technik probierst du direkt selbst aus, mit einem KI-Tool deiner Wahl.

Fragen jederzeit

Unterbrich gern. Deine Frage hilft meistens auch den anderen.

Folien zum Mitnehmen

Diese Präsentation bleibt nach dem Workshop online für dich abrufbar.

Keine sensiblen Daten

In Übungen keine vertraulichen Firmen-, Kunden- oder Personendaten eingeben.

Du brauchst: Laptop oder Smartphone und Zugang zu einem KI-Chat, z. B. ChatGPT, Claude, Gemini oder Microsoft Copilot.

Kapitel 01

Prompt-Engineering

Die Kunst, der KI gute Anweisungen zu geben.

Grundlagen

Was ist ein Prompt?

Ein Prompt ist jede Eingabe, mit der du einer KI sagst, was sie tun soll – eine Frage, eine Aufgabe oder eine ganze Anleitung.

1 · Du schreibst

Prompt

„Fasse diesen Bericht in 5 Stichpunkten zusammen.“

2 · Die KI verarbeitet

KI-Modell

Liest deine Anweisung und erzeugt Wort für Wort die wahrscheinlich passendste Antwort.

3 · Du bekommst

Antwort

Text, Liste, Tabelle, Code, Bild – je nachdem, was du verlangst.

Die KI kennt nur, was in deinem Prompt steht – und was sie im Training gelernt hat. Gedanken lesen kann sie nicht.

Warum das wichtig ist

Gute Prompts machen den Unterschied

Die KI ist wie ein brillanter neuer Kollege an seinem ersten Tag.

Sie weiß unglaublich viel – aber nichts über dich, dein Unternehmen, deine Kunden oder dein Ziel. Alles, was sie wissen soll, musst du ihr sagen.

Vage

→ Generische Antwort, die auf jeden passt

Klar

→ Brauchbares Ergebnis schon beim ersten Versuch

Präzise

→ Weniger Nacharbeit, mehr gesparte Zeit

Garbage in, garbage out.

Live-Vergleich

Schlechter vs. guter Prompt

Prompt

Schreib einen Post über unsere Bäckerei.

Typische Antwort

Willkommen in unserer Bäckerei! Bei uns finden Sie frische Backwaren, mit Liebe gemacht. Besuchen Sie uns noch heute! #Bäckerei #Frisch #Lecker

Passt auf jede Bäckerei Kein Anlass, kein Ziel Plattform unklar

Im Vergleich

Was den Unterschied macht

Merkmal Schlechter Prompt Guter Prompt
Ziel unklar konkret benannt
Kontext fehlt Hintergrund und Situation erklärt
Umfang offen Länge und Detailgrad festgelegt
Format dem Zufall überlassen Struktur vorgegeben
Zielgruppe unbekannt klar beschrieben
Ergebnis generisch, viel Nacharbeit passgenau, direkt nutzbar

Prompt-Baukasten

Die Bausteine eines guten Prompts

Klick die Bausteine an und sieh zu, wie der Prompt wächst.

Präzision
Dein Prompt
Du bist Social-Media-Manager einer Familienbäckerei. Am Samstag starten wir unser neues Dinkel-Sauerteigbrot. Schreib einen Instagram-Post zur Brot-Premiere. Er soll junge Familien aus der Region ansprechen. Maximal 80 Wörter, am Ende 3 Hashtags. Herzlich und nahbar, nicht werblich. So klingen unsere bisherigen Posts: [BEISPIEL-POST] Nenne keine Preise und verzichte auf Emojis.

Framework

Das CRAFT-Framework

Fünf Bausteine, die du dir leicht merken kannst – und die fast jeden Prompt besser machen.

C

Context

Kontext · Was ist die Ausgangslage?

R

Role

Rolle · Wer soll die KI sein?

A

Action

Aufgabe · Was genau soll passieren?

F

Format

Format · Wie soll das Ergebnis aussehen?

T

Target Audience

Zielgruppe · Für wen ist das Ergebnis?

CRAFT · 1 von 5

Context – Kontext

Gib der KI den Hintergrund, den auch ein Mensch bräuchte, um die Aufgabe gut zu erledigen.

Leitfragen
  • Worum geht es – und warum?
  • Was ist schon passiert oder bekannt?
  • Welche Rahmenbedingungen gelten?
Beispiel

Wir sind eine Familienbäckerei in Freiburg mit zwei Filialen. Am Samstag führen wir ein neues Dinkel-Sauerteigbrot ein, das 24 Stunden reift.

CRAFT · 2 von 5

Role – Rolle

Gib der KI eine Rolle oder Expertise. Das lenkt Wortwahl, Perspektive und Tiefe der Antwort.

Leitfragen
  • Welche Expertise braucht die Aufgabe?
  • Aus welcher Perspektive soll die KI antworten?
  • Wie erfahren soll diese Rolle sein?
Beispiel

Du bist ein erfahrener Social-Media-Manager, der seit Jahren lokale Lebensmittelbetriebe betreut.

CRAFT · 3 von 5

Action – Aufgabe

Beschreibe die Aufgabe so konkret wie möglich – am besten mit einem klaren Verb.

Leitfragen
  • Was genau soll die KI tun: schreiben, zusammenfassen, analysieren …?
  • Welches Ziel soll das Ergebnis erreichen?
  • Gibt es Schritte, die sie einhalten soll?
Beispiel

Schreib einen Instagram-Post, der die Brot-Premiere ankündigt und Lust macht, am Samstag vorbeizukommen.

CRAFT · 4 von 5

Format

Lege fest, wie das Ergebnis aussehen soll – sonst entscheidet die KI das für dich.

Leitfragen
  • Wie lang soll das Ergebnis sein?
  • Welche Struktur: Fließtext, Liste, Tabelle, E-Mail?
  • Welcher Ton, welche Sprache?
Beispiel

Maximal 80 Wörter, herzlicher Ton, am Ende eine Frage an die Community und 3 Hashtags.

CRAFT · 5 von 5

Target Audience – Zielgruppe

Sag der KI, für wen das Ergebnis gedacht ist. Dieselbe Info klingt für Kinder anders als für Fachleute.

Leitfragen
  • Wer liest oder nutzt das Ergebnis?
  • Was weiß die Zielgruppe schon?
  • Was ist ihr wichtig?
Beispiel

Zielgruppe sind junge Familien aus Freiburg, die Wert auf regionale und gesunde Lebensmittel legen.

Interaktiv

CRAFT in Aktion

Prompt
Wir sind eine Familienbäckerei in Freiburg. Am Samstag führen wir ein neues Dinkel-Sauerteigbrot ein, das 24 Stunden reift. Du bist ein erfahrener Social-Media-Manager für lokale Lebensmittelbetriebe. Schreib einen Instagram-Post, der die Brot-Premiere ankündigt. Maximal 80 Wörter, herzlicher Ton, Frage an die Community, 3 Hashtags. Zielgruppe: junge Familien aus Freiburg, denen regionale Lebensmittel wichtig sind.
Treffsicherheit

Übung · 10 Minuten

Dein erster CRAFT-Prompt

  1. Wähle eine echte Aufgabe aus deinem Arbeitsalltag – eine E-Mail, eine Zusammenfassung, ein Konzept.
  2. Schreib zuerst einen kurzen „Alltags-Prompt“ und sieh dir das Ergebnis an.
  3. Schreib denselben Prompt neu – mit allen fünf CRAFT-Bausteinen.
  4. Vergleiche beide Ergebnisse: Was ist besser – und warum?
Kontext: …
Du bist …
Deine Aufgabe: …
Format: …
Zielgruppe: …
10:00

Nächstes Level

Fortgeschrittene Techniken

CRAFT ist das Fundament. Mit diesen sechs Techniken holst du noch mehr heraus.

01

Negative Prompting

Sag, was du nicht willst.

02

Halluzinationen vermeiden

Fakten absichern, statt sie erfinden zu lassen.

03

Few-Shot Prompting

Zeig Beispiele, statt nur zu beschreiben.

04

Reverse Prompting

Lass die KI zuerst Fragen stellen.

05

Prompt-Iteration

Schritt für Schritt zum besten Ergebnis.

06

Meta-Prompting

Lass die KI deine Prompts schreiben.

Technik 01

Negative Prompting

Sag der KI nicht nur, was sie tun soll – sondern auch, was sie vermeiden soll.

Typische Ausschlüsse
  • Fachbegriffe und Anglizismen
  • Floskeln wie „In der heutigen schnelllebigen Zeit …“
  • Erfundene Zahlen oder Quellen
  • Mehr als die gewünschte Länge

Tipp: Sag zusätzlich, was stattdessen passieren soll. „Schreib in kurzen Sätzen“ wirkt oft besser als nur „Keine langen Sätze“.

Schreib eine Produktbeschreibung für unser Dinkel-Sauerteigbrot für die Website. Zielgruppe: gesundheitsbewusste Kunden. Maximal 60 Wörter.

Vermeide:
– Gesundheitsversprechen wie „heilt“ oder „entgiftet“
– Superlative wie „das beste Brot der Stadt“
– Floskeln wie „mit Liebe gebacken“

Technik 02

Halluzinationen vermeiden

Was ist eine Halluzination?

Die KI erfindet Zahlen, Zitate, Quellen oder Fakten – und präsentiert sie überzeugend, als wären sie wahr. Plausibel heißt nicht richtig.

Antworte ausschließlich auf Basis des folgenden Dokuments. Steht die Antwort nicht darin, schreib: „Dazu enthält das Dokument keine Angabe.“

Je selbstsicherer eine Antwort klingt, desto wichtiger ist die Prüfung.

So beugst du vor
  • Unsicherheit erlauben: „Wenn du es nicht weißt, sag es.“
  • Quellen mitliefern: Dokumente in den Prompt geben.
  • Belege fordern: „Nenne zu jeder Aussage die Textstelle.“
  • Begründung verlangen: den Lösungsweg erklären lassen.
  • Kritisches prüfen: Zahlen, Namen, Daten, Rechtliches.
  • Websuche nutzen: aktuelle Fakten mit Quellen belegen.

Technik 03

Few-Shot Prompting

Zeig der KI Beispiele. Sie erkennt das Muster und wendet es an.

Prompt Ordne das Kundenfeedback einer Kategorie und einer Stimmung zu. Feedback: „Die Brötchen waren lecker, aber ich musste 20 Minuten warten.“
Beispielhafte Antwort

Das Feedback ist gemischt. Der Kunde lobt den Geschmack der Brötchen, kritisiert jedoch die lange Wartezeit. Insgesamt lässt sich die Stimmung als leicht negativ einordnen, da …

Ohne Beispiel: ausführlich, aber jedes Mal anders formatiert.

Technik 04

Reverse Prompting

Lass die KI zuerst die Fragen stellen, die sie für ein gutes Ergebnis braucht.

Ich möchte eine Rede für die Hochzeit meiner Schwester schreiben. Bevor du loslegst: Stell mir bis zu 5 Fragen, die du für eine persönliche Rede brauchst.

Gern! Damit die Rede persönlich wird:
1. Wie heißen deine Schwester und ihr Partner?
2. Gibt es eine Anekdote aus eurer Kindheit?
3. Wie lang soll die Rede sein?
4. Eher emotional, humorvoll – oder beides?
Wann es sich lohnt
  • Du weißt selbst nicht genau, welche Infos wichtig sind.
  • Die Aufgabe ist komplex oder sehr persönlich.
  • Das Ergebnis muss genau passen.
Bevor du loslegst: Stell mir die Fragen, die du brauchst, um diese Aufgabe bestmöglich zu erledigen. Warte auf meine Antworten.

Technik 05

Prompt-Iteration

Der erste Prompt ist selten der beste. Verbessere Schritt für Schritt – wie im Gespräch mit einem Kollegen.

Prompt Schreib eine Produktbeschreibung für unser Dinkel-Sauerteigbrot.
Dein Feedback

Zu lang und zu allgemein.

Tipp: Bleib im selben Chat und gib konkretes Feedback, statt jedes Mal neu anzufangen.

Technik 06

Meta-Prompting

Lass die KI deine Prompts schreiben. Du beschreibst das Ziel, die KI baut daraus einen starken Prompt.

1

Du beschreibst dein Ziel

2

Die KI schreibt den Prompt

3

Du prüfst und passt an

4

Der Prompt liefert das Ergebnis

Du bist Experte für Prompt-Engineering. Ich möchte mit einer KI jede Woche Social-Media-Posts für unsere Bäckerei erstellen. Schreib mir einen wiederverwendbaren Prompt nach dem CRAFT-Framework. Markiere alles, was ich jedes Mal anpassen muss, mit [ECKIGEN KLAMMERN]. Wenn dir Informationen fehlen, stell mir vorher Fragen.
Kombiniert
CRAFTReverse Prompting

Spickzettel

Prompt-Engineering auf einen Blick

Je klarer die Anweisung, desto besser das Ergebnis.

Das CRAFT-Framework
  • Context – Was ist die Ausgangslage?
  • Role – Wer soll die KI sein?
  • Action – Was genau soll passieren?
  • Format – Wie soll das Ergebnis aussehen?
  • Target Audience – Für wen ist es?
Negative PromptingSag, was du nicht willst
HalluzinationenQuellen geben, Unsicherheit erlauben, prüfen
Few-ShotBeispiele zeigen das Muster
Reverse PromptingErst Fragen, dann Ergebnis
IterationFeedback geben, verfeinern
Meta-PromptingDie KI schreibt den Prompt
Als NächstesKI-Agenten →

Kapitel 02

KI-Agenten

Von der Antwort zur erledigten Aufgabe.

Grundlagen

Was sind KI-Agenten?

Ein KI-Agent verfolgt ein Ziel selbstständig: Er plant Schritte, nutzt Werkzeuge und Daten und prüft sein Ergebnis – statt nur eine Antwort zu geben.

Zielorientiert – du sagst, was erreicht werden soll, nicht jeden Schritt.

Handlungsfähig – er greift auf Tools zu: Kalender, E-Mail, Dateien, Web.

Spezialisiert – er kennt seine Rolle, sein Wissen und seine Regeln.

Der Unterschied

Vom Chatbot zum KI-Agenten

Organisiere unser Team-Meeting nächste Woche.

Gern! Ein paar Tipps: 1. Lege eine Agenda fest. 2. Frag die Verfügbarkeit ab. 3. Buche rechtzeitig einen Raum. Soll ich eine Einladung formulieren?

Der Chatbot gibt Tipps. Die Arbeit machst du.

ChatbotKI-Agent
antwortethandelt
reagiert auf Fragenverfolgt ein Ziel
ein Schrittviele Schritte
nur Textnutzt Tools und Daten
du steuerst jeden Schrittdu gibst Ziel und Freigabe

Entwicklungsstufen

Die Stufen von KI-Agenten

Mit jeder Stufe übernimmt die KI mehr Verantwortung. Klick dich durch.

Eigene Assistenten

Du startest jede Aufgabe

Eine KI mit festen Anweisungen und eigenem Wissen – spezialisiert auf eine Aufgabe. Sie antwortet, wenn du sie fragst.

Custom GPTs in ChatGPTProjekte in ClaudeAgents in Microsoft 365 Copilot

Heute im Fokus: Stufe 1 – der Einstieg, den jeder sofort nutzen kann.

Stufe 1

Eigene Assistenten – drei Wege

ChatGPT

Custom GPTs

  • Im GPT-Builder per Gespräch oder Konfiguration erstellen
  • Eigene Anweisungen und Wissensdateien
  • Websuche, Bilder, Datenanalyse
  • Teilen per Link, im Team oder im GPT Store
Claude

Projekte

  • Eigener Arbeitsbereich für ein Thema
  • Projektanweisungen gelten für jeden Chat
  • Projektwissen: Dokumente, Texte, Daten
  • Im Team teilbar und gemeinsam nutzbar
Microsoft 365 Copilot

Agents

  • Mit dem Agent Builder direkt in Copilot erstellen
  • Wissen aus SharePoint, OneDrive und Websites
  • Nutzbar in Teams, Outlook und Copilot Chat
  • Für mehr Funktionen: Copilot Studio

Gleiches Prinzip überall: Anweisungen + Wissen = spezialisierter Assistent. Der Funktionsumfang hängt von Tarif und Lizenz ab.

Das Rezept

Die Zutaten guter Agenten

Stell dir deinen Agenten wie einen neuen Mitarbeiter vor. Was braucht er, um gute Arbeit zu leisten?

01

Anweisungen

Wer bin ich, was ist meine Aufgabe, welche Regeln gelten?

≈ die Stellenbeschreibung

02

Wissen

Dokumente, Daten und Beispiele, auf die er sich stützt.

≈ der Einarbeitungsordner

03

Konnektoren

Verbindungen zu deinen Tools: E-Mail, Kalender, CRM, Ablage.

≈ die Zugänge zu den Systemen

04

Skills

Fähigkeiten und Abläufe, die er bei Bedarf einsetzt.

≈ der Werkzeugkasten

01 Anweisungen020304

Anweisungen

Die Anweisungen sind das Herz des Agenten. Hier zahlt sich CRAFT aus – nur dauerhaft statt für einen einzelnen Chat.

Darauf kommt es an
  • Rolle und Ziel klar benennen
  • Den Ablauf Schritt für Schritt beschreiben
  • Regeln und Grenzen festlegen: Was tust du nie?
  • Das Ausgabeformat vorgeben
  • Bei Unklarheit: nachfragen lassen
## Rolle
Du bist Content-Stratege einer Familienbäckerei in Freiburg.

## Ablauf
1. Frag nach Monat, Anlässen und geplanten Aktionen.
2. Erstelle einen Plan mit 3 Posts pro Woche.
3. Liefere zu jedem Post Text, Bildidee und Hashtags.

## Regeln
– Halte dich an den Markenleitfaden im Wissen.
– Keine Preise, keine Gesundheitsversprechen.

## Format
Tabelle: Datum | Kanal | Thema | Text | Bildidee
0102 Wissen0304

Wissen

Wissen macht aus einem Generalisten einen Experten für dein Unternehmen.

Darauf kommt es an
  • Lieber wenige gute als viele mittelmäßige Dokumente
  • Klar strukturiert: Überschriften, Listen, Tabellen
  • Aktuell halten – veraltetes Wissen führt zu falschen Antworten
  • In den Anweisungen sagen, wann welches Dokument gilt
  • Keine vertraulichen oder personenbezogenen Daten ohne Freigabe
Typisches Agenten-Wissen
Markenleitfaden
Produktkatalog
FAQ und Richtlinien
Beispiel-Texte
Prozessbeschreibungen
Vorlagen

Der Agent durchsucht sein Wissen bei jeder Anfrage und nutzt die passenden Stellen.

010203 Konnektoren04

Konnektoren

Über Konnektoren greift der Agent auf deine Tools zu – er liest Informationen und kann Aktionen ausführen.

Lesen

Termine abrufen, Dokumente durchsuchen, Kundendaten nachschlagen

Handeln

E-Mail-Entwurf anlegen, Termin eintragen, Ticket erstellen

Viele Tools nutzen dafür den offenen Standard MCP (Model Context Protocol) – eine Art USB-Anschluss für KI.

Typische Verbindungen
E-MailKalenderCloud-AblageCRMProjekt-ToolTeam-Chat

Grundregel: Gib dem Agenten nur die Zugänge, die er für seine Aufgabe wirklich braucht.

01020304 Skills

Skills

Skills sind Fähigkeiten, die der Agent bei Bedarf einsetzt – von eingebauten Funktionen bis zu eigenen, wiederverwendbaren Abläufen.

Eingebaut
WebsucheBilder erzeugenDaten analysierenExcel, PowerPoint, PDF
Eigene Skills

Gebündelte Anleitungen, Vorlagen und Skripte für wiederkehrende Aufgaben – z. B. „Angebot im Firmenlayout erstellen“.

In Claude heißen sie Skills, in anderen Tools z. B. Actions, Plugins oder Funktionen.

Beispiel-Skill

Instagram-Post-Check

Wird automatisch genutzt, sobald ein Post fertig ist.

  • Länge unter 80 Wörtern?
  • Markenton laut Leitfaden getroffen?
  • Hashtags aus der freigegebenen Liste?
  • Bildidee im Format 4:5?
  • Keine Preise, keine Gesundheitsversprechen?

Interaktiv

Agent-Baukasten

Füge die Zutaten hinzu und sieh, was der Content-Planer der Bäckerei damit kann.

Kennt Rolle, Ablauf und Format des Content-Plans

Fragt nach, wenn Informationen fehlen

Schreibt im Ton eurer Marke

Kennt Sortiment und Saisonprodukte

Liest Aktionen und Feiertage aus dem Kalender

Legt Entwürfe direkt im Planungstool ab

Erzeugt passende Bildideen und Bilder

Prüft jeden Post mit dem Post-Check

Beispiele

Agenten in der Praxis

Drei Agenten, die du so oder ähnlich selbst bauen kannst.

01Stufe 1

Social-Media-Content-Planer

Erstellt Redaktionspläne mit fertigen Posts, Bildideen und Hashtags.

z. B. als Custom GPT

02Stufe 1–2

Kundenservice-Agent

Beantwortet Kundenfragen rund um die Uhr und übergibt schwierige Fälle an Menschen.

z. B. mit Copilot Studio oder Claude

03Stufe 2–3

Vertriebs-Agent

Recherchiert Leads, bereitet Gespräche vor und schreibt Follow-ups.

z. B. mit CRM-Konnektor

Beispiel 01 · Custom GPT

Social-Media-Content-Planer

Bauplan
Anweisungen

Content-Stratege, 3–4 Posts pro Woche, Tabelle

Wissen

Markenleitfaden, Sortiment, Beispiel-Posts, Hashtag-Liste

Konnektoren

Optional: Aktionskalender, Planungstool

Skills

Bildgenerierung, Post-Check

Du: Plan für nächste Woche. Aktion: Brot-Premiere am Samstag.

TagKanalThemaBildidee
MoInstagramBlick in die Backstube um 4 UhrBäcker formt die Laibe
MiInstagramRezept-Tipp: Brotsalat mit DinkelbrotSchüssel von oben
FrFacebookCountdown zur Brot-PremiereBrot auf Holzbrett
SaStoryLive von der PremiereClips aus der Filiale

Zu jedem Post: fertiger Text und 3 Hashtags – Post-Check bestanden.

Beispiel 02 · Live-Demo

Kundenservice-Agent

Habt ihr am Feiertag geöffnet?

Ja! Am Feiertag sind wir von 7 bis 12 Uhr für dich da. Die Filiale am Markt hat sogar bis 14 Uhr geöffnet.
Wissen · Öffnungszeiten

Kann ich für Samstag noch eine Torte bestellen?

Ich schaue kurz nach … Für Samstag sind noch Termine frei. Welche Torte möchtest du und für wie viele Personen?
Konnektor · Bestellsystem

Meine letzte Bestellung war falsch. Ich will mein Geld zurück!

Das tut mir wirklich leid! Darum kümmert sich unser Team persönlich – du bekommst heute noch eine Antwort.
Regel · Übergabe an Menschen
Im Hintergrund

Der Agent findet die Feiertags-Öffnungszeiten in seinem Wissen und antwortet sofort – auch nachts.

Leitplanken in den Anweisungen
  • Gibt sich als KI-Assistent zu erkennen
  • Antwortet nur auf Basis seines Wissens
  • Reklamationen gehen immer an einen Menschen

Beispiel 03 · Mit Konnektoren

Vertriebs-Agent

Auftrag: „Bereite das Gespräch mit dem neuen Catering-Lead vor und schreib danach das Follow-up.“

1 · Recherchieren

Firma, Größe, Branche, aktuelle News

Skill: Websuche

2 · Vorbereiten

Leitfaden mit passenden Catering-Paketen

Wissen: Angebote

3 · Nachfassen

Follow-up-Mail aus deinen Notizen, als Entwurf

Konnektor: E-Mail

4 · Dokumentieren

Kontakt und nächsten Schritt im CRM

Konnektor: CRM

Auszug: Follow-up-Entwurf

Hallo Frau Berger, danke für das gute Gespräch! Wie besprochen schicke ich Ihnen unser Angebot für das wöchentliche Team-Frühstück für 40 Personen …

Du bleibst im Lead. Der Agent bereitet vor – du führst das Gespräch und gibst die Mail frei.

Inspiration

Weitere Ideen für deinen Alltag

Personal

Onboarding-Buddy

Beantwortet Fragen neuer Kollegen zu Abläufen und Tools.

Team

Meeting-Protokollant

Macht aus Notizen ein Protokoll mit To-dos.

Vertrieb

Angebots-Assistent

Erstellt Angebote im Firmenlayout aus der Preisliste.

Marketing

Newsletter-Redakteur

Schreibt aus Neuigkeiten den monatlichen Newsletter.

IT

Interner Helpdesk

Löst Standardprobleme mit hinterlegten Anleitungen.

Finanzen

Rechnungs-Prüfer

Gleicht Rechnungen mit Bestellungen ab.

Strategie

Recherche-Analyst

Fasst Entwicklungen bei Wettbewerbern wöchentlich zusammen.

Du

Dein Agent?

Welche Aufgabe erledigst du jede Woche aufs Neue?

Gute Kandidaten sind wiederkehrend, regelbasiert und gut dokumentiert.

Verantwortung

Worauf du achten musst

Je mehr ein Agent darf, desto wichtiger sind klare Leitplanken.

Datenschutz

Firmenrichtlinien und DSGVO beachten: Welche Daten dürfen in welches Tool?

Minimale Rechte

Nur die Zugänge freigeben, die der Agent wirklich braucht.

Mensch im Loop

Kritische Aktionen wie Senden, Buchen oder Zahlen immer freigeben.

Testen vor dem Start

Mit echten Fragen und schwierigen Grenzfällen ausprobieren.

Pflegen

Wissen und Anweisungen regelmäßig aktualisieren.

Transparenz

Kunden müssen erkennen, dass sie mit einer KI sprechen – das verlangt auch der EU AI Act.

Übung · 15 Minuten

Dein erster Agent

Agenten-Steckbrief

Name und Zweck

Welche wiederkehrende Aufgabe übernimmt er?

Anweisungen

Rolle, Ablauf, Regeln, Format – nach CRAFT

Wissen

Welche 2–3 Dokumente braucht er?

Konnektoren

Auf welche Tools müsste er zugreifen?

Skills

Websuche, Bilder, Dateien?

Leitplanken

Was darf er nie? Wann übergibt er an dich?

  1. Steckbrief ausfüllen
  2. Als Custom GPT, Claude-Projekt oder Copilot-Agent anlegen
  3. Mit drei echten Aufgaben testen

Tipp: Lass dir die Anweisungen per Meta-Prompting schreiben.

15:00

Kapitel 03

KI-Werkstatt

Was heute schon möglich ist.

Interaktiv

Eine Idee, viele Medien

Die Idee: Brot-Premiere der Familienbäckerei. Wähle ein Medium.

Fröhlicher Akustik-Pop-Jingle über frisches Sauerteigbrot am Samstagmorgen. Warme Stimme, Gitarre, Klatschen.
Heute · in Minuten

Ein fertiger Song mit Gesang, Text und Instrumenten

Früher

Komponist, Sänger, Tonstudio

Musik

Suno

Komplette Songs aus einer kurzen Beschreibung – mit Gesang, Text und Instrumenten.

  • Jedes Genre, jede Stimmung, jede Sprache
  • Eigene Songtexte oder von der KI geschrieben
  • Auch Instrumentals und Hintergrundmusik
  • Songs verlängern, umschreiben, neu abmischen

Im Alltag: Jingles, Podcast-Intros, Musik für Videos. Kommerzielle Nutzung je nach Tarif.

Samstagmorgen-Brot

Jingle · Akustik-Pop · 0:30

[Refrain]
Wenn die Stadt noch schläft, ist der Ofen schon warm,
Samstagmorgen, frisches Brot unterm Arm.

[Live-Demo: euren Suno-Song hier abspielen]

Bilder und Videos

Midjourney

Hochwertige Bilder in jedem Stil – und daraus bewegte Videoclips.

  • Fotorealistisch, Illustration, Gemälde, 3D-Look
  • Stil- und Bildreferenzen für einen einheitlichen Look
  • Bilder gezielt variieren, erweitern, nachbearbeiten
  • Aus einem Bild wird ein kurzer animierter Clip

Tipp: Midjourney versteht englische Prompts am besten.

rustic spelt sourdough bread on a wooden board, warm morning light --ar 4:5

[Euer Bild 1]
[Euer Bild 2]
[Euer Bild 3]
[Euer Video-Clip]

Websites und Apps

Lovable

Beschreib deine Website oder App im Chat – Lovable baut sie, ganz ohne Programmierkenntnisse.

  • Landingpages, Portale, interne Tools
  • Datenbank, Login und Formulare inklusive
  • Mit einem Klick online, auch mit eigener Domain
  • Der Code gehört dir und lässt sich exportieren

Übrigens: Die Website zu diesem Workshop ist mit Lovable entstanden.

3D-Modelle

Meshy

Aus einem Satz oder einem Foto wird ein fertiges 3D-Modell – mit Textur, auf Wunsch sogar animiert.

  • Text-zu-3D und Bild-zu-3D
  • Texturen per Prompt neu gestalten
  • Figuren mit Skelett versehen und animieren
  • Export für Spiele, AR, Web und 3D-Druck
Text oder Foto3D-ModellTexturAnimationExport

GLB · FBX · OBJ · STL · USDZ

[Live-Demo: euer Meshy-Modell hier zeigen]

Die Zukunft

Ein Agent, der alles erschaffen kann

Wir eröffnen im Frühjahr eine zweite Filiale. Bereite alles für den Start vor.

Heute bedienst du einzelne Werkzeuge. Morgen beschreibst du dein Ziel – und dein Agent nutzt die Werkzeuge für dich.

Text · wartet· arbeitet …· fertig

Eröffnungsplan und Pressetext

wie ChatGPT oder Claude

Bild · wartet· arbeitet …· fertig

Plakate und Social-Motive

wie Midjourney

Musik · wartet· arbeitet …· fertig

Eröffnungs-Jingle

wie Suno

Video · wartet· arbeitet …· fertig

Kurzer Spot für Instagram

wie Midjourney Video

Web · wartet· arbeitet …· fertig

Website mit Vorbestellung

wie Lovable

3D · wartet· arbeitet …· fertig

3D-Ansicht der neuen Filiale

wie Meshy

Vieles davon geht heute schon – einzeln. Agenten verbinden es zu einem Ablauf.

Zusammenfassung

Was du heute mitnimmst

01 · Prompt-Engineering

Gute Anweisungen sind der Schlüssel.

CRAFT als Grundgerüst, dazu Beispiele, Rückfragen und Iteration.

02 · KI-Agenten

Aus Antworten werden erledigte Aufgaben.

Anweisungen, Wissen, Konnektoren und Skills machen den Unterschied.

03 · KI-Werkstatt

Fast alles lässt sich erschaffen.

Musik, Bilder, Videos, Websites und 3D – per Beschreibung.

Deine nächsten Schritte
Diese Woche

Eine echte Aufgabe mit CRAFT lösen

Diesen Monat

Deinen ersten eigenen Agenten bauen

Einfach so

Ein Kreativ-Tool ausprobieren

Arc Nova Live · Abschluss

Danke!

Deine Fragen? Die Folien bleiben online – mit allen Beispielen, Vorlagen und interaktiven Demos.

Nick Seidel · [KONTAKT]